Offener Brief an die Infra Serv Gendorf
Wie es so der Brauch ist wünscht man sich und seinen Nachbarn zu Beginn eines neuen Jahres, dass eben dieses ein Gutes werden möge und ebenfalls wünscht man seinem Gegenüber, Gesundheit und Erfolg.
Soweit es das private Umfeld betrifft, unterscheidet sich diese praktizierte Tradition nicht von der, der vergangen Jahre. Einzig unser aller Nachbar die Infra Serv Gendorf, tut sich schwer mit der oben beschriebenen Brauchtumspflege.
Ebenfalls schwer tut sich unser Nachbar mit der Definition von Nachbarschaft:
Nachbarschaft bedeutet: Respekt Akzeptanz und Rücksichtnahme auf den Nächsten. Bestrebt sein, mein eigens Tun im Einklang mit meinem Nachbarn zu bringen. Auch die Erhaltung der Lebensqualität, dessen Selbstverwirklichung ist zu respektieren. Die Gesundheit des Nachbarn nicht gefährden. Gute Nachbarschaft ist einer der Grundpfeiler im sozialen System des Gemeinwesens.
Soweit die Theorie!
Nachbarschaft für die Infra Serv Gendorf bedeutet:
Wir die Infra Serv Gendorf machen hier was wir wollen, auch auf Kosten der Gesundheit von unbeteiligten Anwohnern. Wir sind hier der große Chemiekonzern und jetzt verbauen wir auch noch Asbest, weil wir das können. Wir? Nein unser Subunternehmer! Unser Asbest? Nein! Asbest aus 8 Landkreisen. Warum? Weil wir Geldverdienen wollen, egal ob da jemand wohnt oder nicht!
Nachbarn wenden sich gegen dieses Vorhaben! Nachbarn recherchieren, stellen Fragen, weigern sich einfach ja zu sagen. Sie verweigern ihre Zustimmung diesem Vorhaben – zu dem sie ja eigentlich gar nicht gefragt wurden.
Die Nachbarn der ISG verweigern ihre Zustimmung, dass in ihrem direkten Wohnumfeld, also sprichwörtlich vor ihrer Haustür, im Garten gleich hinter den Rosen, Asbest – Deponat vergraben werden soll. Geradezu beleidigt ist die Infra Serv weil wir hier in Bruck so ungezogen sind und einfach nicht aufhören wollen uns gegen diesen Deponie- Wahnsinn zu weigern.
Wir in Bruck sind es also, die hier, geht es nach der Sichtweise der ISG …..als Nachbarn die Selbstverwirklichung unseres Nachbarn einschränken.
Es ist traurig, mit welcher gebetsmühlenhafter Beharrlichkeit die Infra Serv an ihrem Vorhaben festhält. Da muss die Regierung von Oberbayern schon in einer argen (Asbest-) Not sein, wenn die Infra Serv dieser Behörde so unter die Arme greift. Oder ist es anders herum? Schöne Nachbarschaft.
Eingeladen zum Nachbarschaftsgespräch. Na ja, Nachbarn würden miteinander sprechen, man kennt sich ja schon Jahre lang.
Wir hingegen besuchten am 15.01.09 eine Veranstaltung der Infra Serv. Gespräche mit dem Nachbarn sehen anders aus. Solche Termine hätten schon vor 10 Jahren und vor 15 Jahren und vor…!?Jahren stattfinden müssen. So hätte Nachbarschaftspflege ihre Glaubwürdigkeit erhalten. Vertrauen muss man sich erarbeiten, bekommt man nicht geschenkt! Und man wüsste was man seinem Nachbarn zumuten kann und was nicht. Habgier und Geldverdienen ohne Rücksicht auf die Betroffenen, ist die falsche Argumentationsgrundlage!
Mal ehrlich, liebe Nachbarn, Verantwortliche der Infra Serv Gendorf, würden sie neben einer Deponie in der Asbest gelagert ist oder gerade verbaut wird, ihre Kinder spielen lassen? Würden sie sich tatsächlich für einen Kauf eines Hauses neben oder im Umgriff einer Deponie entscheiden? Würden Sie sich nicht auch ärgern über Aussagen wie: Asbest ist nicht giftig, aber krebserregend? Würden Sie es nicht als Zynismus betrachten, wenn Ihnen jemand mit Stolz erzählt: Sie sollten sich nicht aufregen, denn es wird ja bereits seit 10 Jahren schon Asbest in die Deponie eingelagert, nur gewusst hat es halt keiner? Und wenn Sie nach all dem, dann noch als Lügner bezeichnet werden- Geht´s ihnen dann gut?
Wenn Sie eine dieser Fragen mit Ja beantworten können, bitte wechseln Sie auf die andere Seite des Zauns. Wir können jede Hilfe brauchen!
Wir wünschen Ihnen und der Infra Serv Gendorf
Ein gutes Neues Jahr….
Wir wünschen der Infra Serv Gendorf mit all ihren Betrieben am Standort ein gutes neues Jahr, aber bitte hören sie damit auf mit aller Macht eine Asbestdeponie in einem Wohngebiet in dem Familien mit Kindern wohnen betreiben zu wollen.
……Gesundheit….
Wir wünschen Ihnen mit all ihren Betrieben am Standort Gesundheit. Gesundheit für Sie persönlich aber auch für Ihre Mitarbeiter. Den Schutz der Gesundheit und die Verantwortung für die Umwelt in der Nachbarschaft ihres Industrieparks verkünden Sie ganz groß in ihren Veröffentlichungen. Halten Sie sich bitte daran! Gesundheit fordern auch wir für uns und unsere Kinder. Hören sie auf uns damit zu drohen, wenn dass Asbest nicht kommt, haben wir noch 67 Jahre Deponie- Betrieb in der Deponie- C. Kinder von heute sind die Eltern von Morgen. Sollte nicht auch die nachfolgende Generation ein Recht auf unversehrte Umwelt haben. Sie treffen Entscheidungen – aber vergessen Sie nicht für welchen Zeitraum ihre Entscheidungen Gültigkeit haben. 25 Jahre Asbestablagerung, oder vielleicht auch 40 und mehr Jahre. Frage: Wie alt sind Sie in 25, wie alt in 40 Jahren?
………und Erfolg
Wir wünschen der Infra Serv mit all ihren Betrieben am Standort Gendorf Erfolg. Sie garantieren Beschäftigung und sichern somit erfolgreich die Lebensqualität ihrer Mitarbeiter und deren Familien. Darüberhinaus sichern Sie die so die Qualität der Makro- und Microsysteme unserer sozialen Bezugssysteme in den Gemeinden im Umfeld des Industrieparks. Erfolgreiche Unternehmensführung bedeutet aber auch auf Unternehmensaktivitäten verzichten zu können, wenn diese die Basis für Soziale Systeme – das unmittelbare Wohnumfeld – zerstören.
Together we´re strong bedeutet auch – wenn ein starker Nachbar auf seine Nachbarn Rücksicht nehmen kann.
Die Brucker wünschen - Ein gutes Neues Jahr - Bruck, dort wo auch Asbest ein Zuhause hat!